Kettenförderer

Rollenketten mit Anbaulaschen

Rollenketten nach DIN ISO 606 (früher DIN 8187) sind mit Anbaulaschen am Außenglied lieferbar. Die Anbaulasche ersetzt eine normale Kettenlasche und ist damit fester Bestandteil des Kettengliedes – sie wird nicht nachträglich angeschweißt. Damit entsteht am Kettenstrang eine Anschraubfläche, auf der sich nahezu beliebige Bauteile befestigen lassen.

Prinzipskizze Rollenkette mit Winkellasche, 1 Loch, einseitig

Winkellasche, 1 Loch
einseitig

Prinzipskizze Rollenkette mit Winkellaschen, 2 Löcher, beidseitig

Winkellasche, 2 Löcher
beidseitig

Prinzipskizze Rollenkette mit hochstehender Flachlasche, 2 Löcher, einseitig

Flachlasche hochstehend, 2 Löcher
einseitig

Prinzipskizze Rollenkette mit hochstehenden Flachlaschen, 2 Löcher, beidseitig

Flachlasche hochstehend, 2 Löcher
beidseitig

Bauformen

Unterschieden wird nach der Form der Lasche, der Anzahl der Befestigungslöcher und der Anordnung am Kettenstrang.

  • Winkellasche: der Schenkel ist abgebogen und bildet eine waagerechte Anschraubfläche über der Kette. Lieferbar mit einem Loch in schmaler Form oder mit zwei Löchern in breiter Form.
  • Flachlasche, hochstehend (gerade Lasche): die Lasche steht in der Kettenebene nach oben und bildet eine senkrechte Anschraubfläche. Ebenfalls mit einem oder mit zwei Löchern.
  • Einseitig oder beidseitig: die Laschen sitzen nur auf einer Kettenseite oder auf beiden Seiten. Beidseitig trägt symmetrisch und hält breite Anbauteile ohne Kippmoment.

Zwei Löcher ergeben eine verdrehsichere Verbindung, ein Loch lässt das Anbauteil bewusst schwenken oder toleranzausgleichend anliegen. Der Laschenabstand wird als Vielfaches der Kettenteilung p angegeben – üblich sind 2 × p (jedes Außenglied), 4 × p und 6 × p. Abweichende Abstände und Laschenmaße nach Zeichnung sind möglich. Verschlussglieder müssen zur gewählten Laschenform passen.

Was sich an die Kette schrauben lässt

Die Anbaulasche macht aus der Rollenkette einen Träger für frei gestaltbare Aufbauten. Typisch sind:

  • Mitnehmer und Schubklötze, um das Fördergut formschlüssig zu schieben, zu vereinzeln oder zu stauen
  • Pins, Zentrierstifte und Zapfen zur Lagefixierung von Werkstücken, Ladungsträgern und Paletten
  • Aufnahmen, Werkstückträger und Prismen für eine definierte Position im Takt
  • Auflageplatten, Bleche und Kunststoffgleitstücke als schonende oder größere Auflagefläche
  • Winkel, Klemmstücke und Halter für Abstreifer, Anschläge oder mitfahrende Bauteile
  • Gehänge und Traversen bei umlaufender oder senkrechter Förderung

Dieselbe Kette, unterschiedliche Anbauteile – Beispiele aus unserer Fertigung:

Rollenkette mit beidseitigen Winkellaschen im Umlauf über das Kettenrad

Winkellaschen am Kettenrad
beidseitig, ohne Anbauteil

Auf die Anbaulaschen geschraubte Stahlplatten bilden eine durchgehende Auflagefläche

Stahlplatten als Auflagefläche
beidseitig verschraubt

Kunststoff-Aufnahmen mit V-Nut, über Klemmleisten auf die Anbaulaschen geschraubt

Kunststoff-Aufnahmen mit V-Nut
über Klemmleisten verschraubt

Kettenförderer mit quer aufgeschraubten Leisten als Förderebene

Querleisten über die Nutzbreite
fertig montierter Förderer

Bei der Auslegung ist zu beachten, dass Gewicht und Hebelarm des Anbauteils die Lasche zusätzlich zur Kettenzugkraft belasten. Weit auskragende Aufbauten werden deshalb abgestützt, geführt oder beidseitig aufgenommen.

Einsatz bei unseren Maschinen

Rollenketten mit Anbaulaschen setzen wir beim Kettenförderer ein – dann, wenn das Fördergut nicht auf der Kette gleiten, sondern definiert mitgenommen, positioniert oder angehoben werden soll.

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